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"Der Landesjagdbericht 2008/09 zeigt eindrücklich, dass das Land es versäumt hat, seine Hausaufgaben in der Jagdpolitik zu Ende zu erledigen. Es ist ihm in weiten Teilen des Landes nicht gelungen, eine auf waldverträgliche Wilddichten orientierte Jagd durchzusetzen." Dieses Fazit hat die Sprecherin für Ländliche Entwicklung und für Waldpolitik der Bundestagsfraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, Cornelia Behm, aus dem im August von Agrarminister Vogelsänger vorgelegten Landesjagdberichtes gezogen. "Dabei ist die Jagdpolitik auch bei Rot-Rot eine Leerstelle: Sie hat sich in ihrem Koalitionsvertrag in der Jagdpolitik überhaupt nichts vorgenommen. Und ob sonst noch was zu erwarten ist, scheint sehr fraglich."
Die Tatsache, dass im Land Brandenburg bei den meisten Wildarten weiterhin viele oder sogar mehr Tiere geschossen wurden als in den Jahren zuvor, ist ein Zeichen nach wie vor zu hoher bzw. steigender Wildtierbestände. Leider kann man sie nicht als ein Zeichen konsequenter Jagd deuten. Denn wenn dies so wäre, dann wären die hohen Abschusszahlen ein vorübergehendes Phänomen. Laut Jagdbericht liegen die Zahlen jedoch seit Jahren auf hohem Niveau bzw. steigen weitgehend ungebrochen an."
"Die Jagd muss auch in Brandenburg flächendeckend am Ziel der Herstellung waldverträglicher Wilddichten orientiert sein. Ohne eine Novellierung des Landesjagdgesetzes wird das jedoch nicht möglich sein," schlussfolgert die Abgeordnete. "Denn die aktuelle Situation zeigt deutlich, dass es nicht mehr reicht, auf die Beteuerungen der Jägerschaft, sie machte schon alles Notwendige, zu vertrauen. Der Gesetzgeber muss endlich Regelungen schaffen, dass das Notwendige auch zwingend getan wird. Dabei sind u.a. die Jagdzeiten anzupassen, die Mindestpachtzeiten aufzuheben bzw. deutlich zu senken, die Pflicht zur Äsungsverbesserung zu streichen und die Winterfütterung komplett zu verbieten. Es muss sichergestellt werden, dass der Jagdpächter für die Regulierung von Wildschäden verantwortlich ist. Abschusspläne sind überflüssig, da ohnehin niemand weiß, wie viel Wild tatsächlich vorhanden ist. Stattdessen sind die Jagdziele an Weiserflächen zu orientieren. Die Trophäenorientierung der Jagd ist restlos zu beenden."