
Datum: 4. Mai 2009
In der Rückschau ihres Besuchs am 28. April 2009 in der Region in und um Beeskow sieht die brandenburgische Bundestagsabgeordnete Cornelia große Skepsis bei Bürgerinnen und Bürgern sowie offiziellen Stellen gegenüber der geplanten Erkundung von unterirdischen CO2-Speichern. Sämtliche Akteure der Region hätten von dem Vorhaben des Vattenfall-Konzerns aus der Zeitung erfahren. Die Menschen seien verunsichert.
Behm kritisierte die Energiepolitik der Landesregierung: „Die Kohletechnologie – ob mit oder ohne CO2-Abscheidung – ist der falsche energiepolitische Weg für Brandenburg.“
Die Klimaschutzpolitik des Landes sei in erster Linie auf die noch in der Entwicklung befindliche Technik der CO2-Abscheidung ausgerichtet. Doch sowohl aus dem Erfordernis des Klimaschutzes als auch aus Gründen der regionalwirtschaftlichen Entwicklung ist laut Behm ein möglichst schneller Umstieg auf erneuerbare Energien nötig. Diese Entwicklung müsste statt der CO2-Abscheidung stärker gefördert werden. Zumal Braunkohleverstromung und erneuerbare Energien auch technologisch nicht zueinander passen.
In der Region um Beeskow wird die Kritik an den Erkundungsbohrungen mittlerweile in offiziellen Schreiben formuliert. Das Amt Scharmützelsee hat bereits eine negative Stellungnahme zur geplanten Erkundung gegenüber dem Landesbergamt abgegeben. Im Amt befürchtet man mit Einsatz der Erkundungsarbeiten eine Beeinträchtigung der Soleförderung der Bad Saarow Kur GmbH. Hintergrund ist der laut Erkundungsantrag von Vattenfall an das Landesamt für Bergbau, Geologie und Rohstoffe aufzusuchende Bodenschatz „Sole“. Tatsächlich soll jedoch Speichervolumen für CO2 gesucht werden. Die Gemeinde Bad Saarow und der Kurbetrieb befürchten neben wirtschaftlicher Konkurrenz, „negative Auswirkungen auf Heilquellen“ durch die „Änderung der Formationsdrücke“.
Die Gemeinden können noch bis zum 8. Mai Einwände gegen das Erkundungsvorhaben beim brandenburgischen Landesbergamt erheben.
Am 7. Mai will sich in Beeskow eine Bürgerinitiative gründen.