
Datum: 10. Juni 2005
Anlässlich der 12. Landesmeisterschaften im jagdlichen Schießen am Samstag, dem 11. Juni 2005 in Neuendorf weist die Brandenburger Bundestagsabgeordnete von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, Cornelia Behm, auf eine mögliche durch Bleimunition verursachte Gesundheitsgefährdung der Verbraucher beim Verzehr von Wildfleisch hin.
"Bleimunition bringt nicht nur Seeadler um, sondern sie kann Wildfleisch in nicht tolerierbaren Mengen mit Blei kontaminieren. Stichproben in den Jahren 1997 und 1998 (neuere Ergebnisse liegen nicht vor) ergaben, dass 25 Prozent der untersuchten Wildschweinfleisch-Proben bleibelastet waren. Teilweise lagen die Bleigehalte bis zum 200.000-fachen über dem EU-Grenzwert.
Bei einem Fachgespräch mit Vertretern aus den Bereichen Forst, Jagd, Medizin und Umweltschutz am vergangenen Mittwoch in Potsdam wurde die Gesundheitsgefährdung für den Verbraucher ausgiebig erörtert.
Blei führt beim Menschen in seltenen Fällen zu akuten, durch Akkumulation im Körper jedoch zu chronischen Vergiftungen. Es schädigt Leber, Nieren und Gehirn und verbleibt jahrzehntelang im Körper.
Aus Verbraucherschutzgründen ist es deshalb dringend geboten, den Gebrauch der Bleimunition zugunsten der preislich ebenbürtigen kupferhaltigen Jagdmunition zu verbieten. Für die Umstellung sollte ein Übergangszeitraum von einem Jahr gewährt werden, in dem verstärkt für einen freiwilligen Verzicht auf bleihaltige Munition geworben wird.
Minister Woidke wird am morgigen Samstag die Sieger der 12. Landesmeisterschaften im jagdlichen Schießen 2005 auszeichnen. Das wäre eine gute Gelegenheit, mit einer Imagekampagne für die Munitionsumstellung zu beginnen.
Verbraucher sollten aus den wenigen bisher vorliegenden Untersuchungen nicht den Schluss ziehen, auf Wildfleisch zu verzichten, denn Wildfleisch ist ernährungsphysiologisch sehr wertvoll. Sie sollten jedoch nach Wild fragen, das mit bleifreier Munition erlegt wurde.
Für die Behörden allerdings sollten die aktuellen Erkenntnisse Grund genug sein, systematische Wildfleischuntersuchungen auf Blei vorzunehmen, mindestens solange, bis das Bleiverbot durchgesetzt ist. "
Das Hintergrundpapier zum Fachgespräch finden Sie .