Cornelia Behm, MdB

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16. November 2004

Kormoran-Verordnung: Ausgleich statt Aktionismus

Zur geplanten Verabschiedung der neuen Kormoran-Verordnung im Brandenburger Regierungskabinett erklärt Cornelia Behm, Bundestagsabgeordnete von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN aus Brandenburg:

"Eine Bestandsreduzierung des Kormorans halte ich für verantwortbar. Die neue Kormoran-Verordnung ist jedoch ein erneuter Angriff der Brandenburger Landesregierung auf den Natur- und Tierschutz. Anstatt einen Ausgleich zwischen den berechtigten Interessen der Brandenburger Fischer und dem Naturschutz zu schaffen – immerhin war der Kormoran bis vor kurzem noch vom Aussterben bedroht – wird nun ein Feldzug gegen die wieder in Brandenburg heimisch gewordenen Spezies unternommen. Selbst vor Naturschutzgebieten macht die Verordnung nicht halt.

Die von der Landesregierung bezifferten Schäden durch Kormorane dürfen guten Gewissens bezweifelt werden. Sie scheinen eher politisch festgelegt, als fachlich begründet zu sein.

Die Brandenburger Umweltpolitik entlarvt sich damit endgültig selbst. Umwelt- und Naturschutz sollen in Brandenburg auf´s Abstellgleis geschoben werden. Von der einstmals vorbildlichen Politik Matthias Platzecks in diesem Bereich ist nur noch ein Scherbenhaufen übrig geblieben. Stattdessen feiert ein veralteter umweltfeindlicher Geist fröhliche Urständ. Das zeigt sich beispielsweise auch an der Haltung der Landesregierung zum Hochwasserschutzgesetz des Bundes und der geplanten Aufweichung des Nationalparkgesetzes.

Ich fordere die Brandenburger Regierung dringend auf, die Verordnung auf fachliche Grundlagen zu stellen und für ein stabiles Gleichgewicht zwischen den Naturschutz- und Fischereiinteressen zu sorgen."

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