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Am 22. Juni jährte sich zum 70. Mal der deutsche Überfall auf die Sowjetunion. Aus diesem Anlass lud Cornelia Behm gemeinsam mit dem Heimatverein Kleinmachnow zu einer Veranstaltung, um auf das Schicksal der sowjetischen Kriegsgefangenen hinzuweisen und ihrer zu gedenken.
In Kleinmachnow befand sich auf dem Gelände der Dreilinden Maschinenbau GmbH, einer Tochter des Robert Bosch Konzerns, ein KZ-Außenlager sowie ein Zwangsarbeiterlager, in dem unter anderem eine Vielzahl von sowjetischen Kriegsgefangen in einem separaten sogenannten "Russenlager" untergebracht waren.

Der Einladung des gemeinsamen Gedenkens folgten rund 40 BürgerInnen, unter Ihnen Vertreter der Russischen Botschaft, des Deutschen Bundestags und der Gemeinde Kleinmachnow. Die Veranstaltung begann mit einer kurzen Begrüßung durch Cornelia Behm und einer anschließenden Blumenniederlegung und Schweigeminute an der Gedenktafel am Eingangstor der ehemaligen DLMG. Es folgte ein gemeinsamer Gang zum Ort der Erinnerung, im Neubaugebiet am Heidefeld. Durch im Boden eingelassene Eisenstränge sind hier die Grundrisse von zwei der Baracken nachgezeichnet. An einer Gedenktafel inmitten einer ehemaligen Baracke folgten die Grußworte der Gäste.

Die stellvertretende Bürgermeisterin von Kleinmachnow, Frau Barbara Neidel, machte deutlich, dass sich die Gemeinde Kleinmachnow ihrem Erbe bewusst sei. Der Attaché der Russischen Botschaft, Herr Sergey Tsvetkov, bedankte sich im Namen des russischen Volkes "bei wahren Freunden Russlands, die die Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus hochhalten und ihrer gedenken".
Nach einem Vortrag von Dr. Rudolf Mach, dem Vorsitzenden des Heimatvereins Kleinmachnow, in dem er über die Opfer und Täter im Zwangsarbeiterlager Kleinmachnow einging, hielt Cornelia Behm einen Vortrag über das Schicksal sowjetischer Kriegsgefangener, die unter unbeschreiblichen völkerrechtswidrigen Verhältnissen Zwangsarbeit leisten mussten und bis heute trotz der erlittenen unmenschlichen Behandlung wie Kriegsgefangene aus westlichen Ländern eingeordnet werden. Dieser Status verhindert eine Entschädigung, die anerkannten Zwangsarbeitern gewährt wird. Hierzu sagte Behm: "Der Petitionsausschuss des Bundestags sucht nach einer außergesetzlichen Lösung, um den letzten rund 10.000 Überlebenden die Anerkennung ihres Leids zu gewähren. Ich werde mich weiterhin dafür einsetzen, dass sie endlich gefunden wird."
Im Anschluss an die Reden wurden Kränze und Blumen niedergelegt. Fiona Fröhlich, eine Schülerin der Kreismusikschule in Kleinmachnow, ließ die Gedenkveranstaltung mit zwei Stücken von Johann Sebastian Bach auf ihrem Saxofon ausklingen.


