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Durch das öffentliche Fachgespräch "Jagdrechtlicher Handlungsbedarf aufgrund des Wald-Wild–Konfliktes - Welches Jagdrecht braucht der Wald?", das die Bundestagsfraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN am 26. November im Deutschen Bundestag durchführte, sehen wir uns als Bündnisgrüne in unserer Forderung nach Änderungen im Jagdrecht bestärkt. Die kontroversen Vorträge und Diskussionen lassen aus unserer Sicht letztendlich nur den Schluss zu, dass gesetzgeberischer Handlungsbedarf besteht.

Regionale Umsetzungsprobleme allein sind nicht die Ursache dafür, dass das Problem mit den überhöhten Schalenwildbeständen und die in der Folge auftretenden Verbissschäden im Wald seit Jahren nicht mehr in den Griff zu bekommen sind.
Letztlich ist in der Diskussion nicht deutlich geworden, aus welchen sachlichen Gründen viele Vertreter der organisierten Jägerschaft jegliche Jagdrechtsänderung ablehnen. Wenig spricht dafür, dass sich an der Wildschadensproblematik ohne Änderungen im Jagdrecht in Zukunft etwas ändert.
BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN werden in Auswertung des Fachgesprächs und der vielen fachlichen Zuschriften zum Thema Eckpunkte für eine Jagdrechtsreform erarbeiten und zur Diskussion stellen. Dabei ist für uns klar, dass bei einer Jagdrechtsreform nicht nur die Interessen der Forst- und der Landwirtschaft (Schutz vor Wildschäden) berücksichtigt werden müssen, sondern dass auch der Tierschutz und der Naturschutz durch eine Jagdrechtsnovelle gestärkt werden müssen.
Wir laden alle interessierten Jäger, Forstleute, Grundbesitzer sowie Natur- und Tierschützer ein, sich konstruktiv und lösungsorientiert in die Diskussion einzubringen.
Nebenstehend finden Sie die Links zu den Power-Point-Vorträgen der fünf Referenten des Fachgespräches "Jagdrechtlicher Handlungsbedarf aufgrund des Wald-Wild–Konfliktes":
Prof. Dr. Christian Ammer, Universität Göttingen, Professor in der Abteilung Waldbau und Waldökologie der gemäßigten Zonen: Ansätze zur Lösung des Wald-Wild-Konflikts aus forstwissenschaftlicher Sicht
Andreas Kinser, Deutsche Wildtier Stiftung, Referent für Forst- und Jagdpolitik: Jagdrechtlicher Handlungsbedarf aus Sicht der Wildtiere
Dietrich Mehl, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Naturgemäße Waldwirtschaft (ANW), Landesgruppe Brandenburg/Berlin: Jagdrechtlicher Handlungsbedarf aus Sicht der Forstwirtschaft
Helmut Dammann-Tamke, Präsident der Landesjägerschaft Niedersachen: Jagdrechtlicher Handlungsbedarf aus Sicht der Jägerschaft
Elisabeth Emmert, Beisitzerin im Präsidium des Deutschen Naturschutzrings (DNR) und Vorsitzende des Ökologischen Jagdverbandes (ÖJV): Jagdrechtlicher Handlungsbedarf aus Sicht des Naturschutzes und des Ökologischen Jagdverbandes