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29. April 2009

Regionalentwicklung im Landkreis Ostprignitz-Ruppin

Wenn es um Regionalentwicklung im Landkreis Ostprignitz-Ruppin geht dreht sich vieles um den Tourismus. Die Gegend ist reich gesegnet: mit dichten Wäldern, mit klaren Seen und mit saftigen Wiesen. Was stünde dieser Landschaft besser zu Gesicht, als sanfter Naturtourismus?

Das Brandenburgische Haupt- und Landgestüt Neustadt (Dosse) hat deshalb die Entwicklung des Tourismus als ein Ziel des Gestütsbetriebes definiert. Durch Veranstaltungen in der Einrichtung, durch Hotellerie und Gastgewerbe sowie durch Reittourismus sollen Einkommen gesichert und Arbeitsplätze geschaffen werden. Dafür erhielt das Land rund 40 Millionen Euro aus Fördertöpfen des Landes Brandenburg und der Europäischen Union. Dass diese Mittel nicht optimal verwendet wurden, räumt inzwischen selbst der Vorsitzende des Stiftungsrates Staatssekretär Dietmar Schulze ein. Ob sie sogar unrechtmäßig verwendet wurden, prüft derzeit das Europäische Amt für Betrugsbekämpfung (OLAF). Zudem ermittelt die Staatsanwaltschaft Neuruppin gegen den Landstallmeister und einen weiteren Mitarbeiter des Gestüts. Und eben das wirft ein schlechtes Licht auf das Gestüt, in dem von hunderten Mitarbeitern international anerkannte Arbeit mit den Pferden geleistet wird.

Gestüt Neustadt Kutsche Neustadt

Mit den Querelen in den Gestüten tut sich die ganze Region schwer. Das erfuhr Cornelia Behm nicht zuletzt auf einer Kutschfahrt auf dem Gestütsweg, der von den Brandenburgischen Gestüten zu den Mecklenburgischen Gestüten nach Redefin führt. Der Wagenführer Hartmut Borchert berichtete davon, wie schwer es ist, eine Förderung für ein kleines touristisches Gewerbe am Gestütsweg zu bekommen. Sein Sohn wolle eine kleine Unterkunft für Reittouristen aufbauen, in der auch die Pferde fachmännisch versorgt werden können. Der Bedarf sei da, das sei keine Frage. Doch sei die Tourismusförderung rund ums Pferd noch zu wenig in die Breite gegangen. Kleine Projekte hätten es schwer, Unterstützung zu bekommen, so Borchert.

Auerochse Neustadt Grosdanoff Neustadt

Dass man auf sehr unkonventionelle Art sehr erfolgreich arbeiten kann, zeigte Christiane Grosdanoff. Die junge Frau hat eine Auerochsenzucht aufgebaut. Die äußerst scheuen Tiere werden vielerorts in der Landschaftspflege eingesetzt. Zudem liefern sie wohlschmeckendes Fleisch und ein hübsch anzusehendes Fell. Dass Grosdanoff diese Produkte nicht kommerziell vermarktet, hängt mit den fehlenden Schlachtmöglichkeiten in ihrer Nähe zusammen. Würden die Tiere gefangen und in einem LKW kilometerweit gefahren werden, hätten sie so viel Adrenalin im Fleisch, dass dies nur mindere Qualität hätte. Eine andere Variante wäre es, die Tiere auf der Weide zu schießen. Doch dagegen sprechen die Jagdgesetzte. So beschränkt sich die junge Frau auf den Handel mit den Tieren und lässt ein-zwei Tiere pro Jahr für den eigenen Bedarf erlegen.

Kaffee Dahmelack Bürgermeister Dahmelack

Wie eine Dorfgemeinschaft von 134 Personen zusammenhalten und große Sprünge machen kann, erfuhr die Politikerin in Damelack. Die Kirche im Zentrum des Ortes liegt vielen am Herzen. Der Förderverein zur Erhaltung der Kirche in Damelack e.V. führt die Abgeordnete den schmucken Bau und durch den historischen Dorfkern. Und an der "Damelacker Tafel" auf dem grünen Dorfanger gab es leckeren Kaffee und selbstgebackenen Kuchen. Schließlich gab es auch etwas zu feiern: Damelack wurde am Tag des Besuches in die Arbeitsgemeinschaft "Historische Dorfkerne Brandenburg" aufgenommen. Zudem wurden dem Ort 150 000 Euro Fördermittel zur Sanierung der Kirche zugesprochen.