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Angesichts des erneuten Fundes eines durch Blei vergifteten Seeadlers in Berlin fordert Cornelia Behm, Bundestagsabgeordnete aus Brandenburg, das sogenannte Bleifrei-Monitoring in Brandenburg wieder aufzunehmen. „Es ist notwendig, die im vergangenen Jahr abgebrochenen Testreihen fortzuführen und in einem Langzeitversuch die Möglichkeiten bleifreier Jagdmunition auszutesten.“ so Behm.
Die Abgeordnete lobt das Engagement, dass das Land zu Beginn der Tests im Jahr 2005 an den Tag legte: „Brandenburg war das erste Bundesland, in dessen Wäldern adlerfreundlich geschossen wurde.“ Nachdem bei einer Jagd ein Waidmann ums Leben kam, wurden bleifreie Geschosse jedoch für untauglich und gefährlich befunden. Der Großversuch wurde abgebrochen. „Dabei wurde von niemandem ein Beweis erbracht, dass der Unfall tatsächlich auf bleifreie Munition zurückzuführen war. Es sieht eher danach aus, dass die Lobbyarbeit der Munitionsindustrie hier Früchte getragen hat. Dass nun wieder Bleigeschosse verwendet werden müssen, hat weniger jagdliche als vielmehr wirtschaftliche Gründe.“ erklärt die Abgeordnete.
Die Politikerin verweist darauf, dass außerhalb Deutschlands der Vogelschutz bei der Jagd im Vordergrund steht. So sei in Kalifornien das Schießen mit bleihaltiger Munition verboten, um den Kondor zu schützen. Gleiches gelte auf der japanischen Insel Hokkaido, wo der Seeadler zu Hause ist. „Wenn wir unsere Adlerbestände sichern wollen, sollten wir uns an diesen Ländern orientieren.“ so Behm.