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PRESSEMITTEILUNG


Datum: 17. Oktober 2008

Seehofer streicht 1-Prozent-Ziel für Überschreitung von Rückstandshöchstmengen aus Pestizid-Reduktionsprogramm

Zum gestrigen Beschluss der großen Koalition zur Pestizidpolitik erklärt Cornelia Behm, agrarpolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN:

"Das Ziel, die Überschreitungsrate bei Pflanzenschutzmittel-Rückstands­höchstmengen in einheimischen Agrarprodukten auf unter 1 Prozent zu vermindern, hat Agrarminister Seehofer im Juni dieses Jahres aus dem von Verbraucherschutzministerin Renate Künast aufgelegten "Reduktionsprogramm chemischer Pflanzenschutz" ersatzlos gestrichen. Folgerichtig heißt dieses Programm jetzt nur noch 'Aktionsplan zur nachhaltigen Anwendung von Pflanzenschutzmitteln'.

In der gestrigen Bundestagsdebatte haben sich die Regierungsfraktionen Union und SPD in einem Beschluss jedoch dafür ausgesprochen, die Ziele des Reduktionsprogramms umzusetzen. Sie wollen das 1-Prozent-Ziel dabei nicht nur für einheimische, sondern auch für importierte Produkte erreichen. Diese Forderung unterstützen wir Grüne nachdrücklich. Wir fordern Noch-Agrarminister Seehofer daher dringend auf, den Parlamentswillen umzusetzen.

Wie nötig quantitative Zielmarken sind, zeigte das Lebensmittelmonitoring 2007, das in dieser Woche vorgestellt wurde. Dort wurde z.B. bei Grünkohl in 20 Prozent der Waren Rückstandhöchstmengen überschritten. Bei Wirsingkohl waren es 14,3 Prozent, bei Pfirsichen bei 12 Prozent, bei Kopfsalat 9,5 Prozent und bei Äpfeln 7,3 Prozent.

Verbrauchervertrauen ist nur zu gewinnen, wenn es klare Ziele und eine ambitionierte Strategie zur Pestizidreduktion gibt. Aber Seehofer macht auch hier ein Zugeständnis nach dem anderen an die Agroindustrie."