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PRESSEMITTEILUNG


Datum: 1. Oktober 2008

Forstreform nicht zukunftsweisend


Mit scharfer Kritik reagiert Cornelia Behm, Bundestagsabgeordnete von
Bündnis 90/Die Grünen, auf die gestern vom Kabinett beschlossene
Forstreform. Insbesondere der für die Landesforstverwaltung geplante
Stellenabbau von derzeit 2.500 auf 1.500 Stellen bis zum Jahr 2015 stößt
auf Ablehnung: "Egal welche Struktur Landwirtschaftsminister Dietmar
Woidke für die Forstverwaltung auch wählt, der Grundfehler dieser Reform
bleibt bestehen. Zuerst hat die seine Landesregierung eine Stellenzahl
festgelegt und dann überlegt, wie die Forstverwaltung ihre Aufgaben dann
noch erledigen kann. Richtig wäre es jedoch, genau umgekehrt vorzugehen.

Und würde die Landesregierung weitsichtig handeln, dann würde sie die
Angestellten, die in der Forstverwaltung nicht mehr gebraucht werden,
nicht entlassen, sondern für neue dringende Aufgaben schulen. Das Land
braucht

•    Waldpädagogen
•    Berater für tausende Privatwaldbesitzer und
•    Fachleute für naturnahen Tourismus.

Wer sonst könnte diese Aufgaben besser erfüllen als erfahrene und
weitergebildete Forstfachleute?" so die Abgeordnete.

Zugleich warnt Behm vor einer Degradierung des Landeswaldes zur reinen
Rohstoffquelle: "Wer riskiert, dass die Landeswälder vorwiegend der
Holzindustrie dienen und immer weniger Menschen von ihnen leben können,
spielt mit einem Teil der brandenburgischen Identität. Wenn immer
weniger Menschen die Chance haben, ihre berufliche und wirtschaftliche
Zukunft in den Wäldern des Landes zu gestalten, fällt die Wertschätzung
der Wälder enorm. Und eben das ist Verheerende an der Reform."

Zur Konsolidierung des Landeshaushalts hatte sich das Kabinett in
vorangegangenen Beschlüssen darauf verständigt, den Zuschuss für die
Landeswaldbewirtschaftung bis zum Jahre 2014 auf Null zu senken und den
Zuschuss für Hoheitsaufgaben bis 2015 um jährlich 2,5 Prozent
abzusenken. Diese Einsparungen sind nur durch einen erheblichen
Personalabbau zu erreichen.