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Mit Kritik an der Personalpolitik der Landesregierung kommentiert Cornelia Behm, Bundestagsabgeordnete von Bündnis 90/Die Grünen, einen Bericht des Magazins "GEO". In der Maiausgabe des Heftes wird Brandenburg als bundesweiter Vorreiter im Naturschutz vorgestellt. Der Grund: Mehr als 26 Prozent der Landesflächen sind hier als Schutzgebiete im Sinne des europäischen Programms "Natura 2000" ausgewiesen.
"Auf unsere Großschutzgebiete können wir in Brandenburg wirklich stolz sein. Ich bin den Vätern dieses Schutzgebiets-Konzeptes sehr dankbar. So wurden gleich nach dem Mauerfall große Schätze in unserem Land gesichert. Um Schätze muss man sich aber auch kümmern. Tafelsilber muss geputzt werden. Damit sieht es in Brandenburg aber von Jahr zu Jahr schlechter aus.
Was die Personalausstattung der Großschutzgebiete betrifft, ist Brandenburg im Bundesvergleich Schlusslicht. Ich fordere die Landesregierung dringend dazu auf, nicht nur verbal Naturschutzpolitik zu machen, sondern den Naturschutz endlich als Rückgrat einer nachhaltigen Entwicklung im ländlichen Raum zu begreifen. Deshalb müssen in den Schutzgebieten wieder mehr Stellen ausgeschrieben und auch besetzt werden." so die Abgeordnete. Durch weitgehend brachliegende Arbeitsfelder wie Umweltbildung, Naturforschung und Landschaftspflege bleibt nach Ansicht Behms "viel Arbeitsmarktpotential ungenutzt".
"Wenn ich im Land unterwegs bin, besuche ich gern mal einen an der Strecke liegenden Naturpark, denn die Naturparkhäuser haben so tolle und vielfältige Ausstellungen, an denen kann man einfach nicht vorbei. Wenn ich dann aber sehe, mit wie wenigen Kräften die Arbeit dort geleistet werden muss, werde ich richtig zornig. Die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der Großschutzgebietsverwaltungen und der Naturwacht achten weder auf den Feierabend noch auf Sonn- und Feiertage. Sie sind – was ja eigentlich sehr schön ist - mit ihrer Arbeit so verwachsen, dass sie eben nicht alles dem Selbstlauf überlassen können. Das verdient höchste Anerkennung, aber richtig ist das nicht. Richtig ist es nicht, dass das Land sich mit einer Vielzahl von Naturschutzgebieten schmückt, die MitarbeiteInnen dabei aber hemmungslos ausbeutet." so Behm
Seit 2002 werden in Brandenburgs Großschutzgebieten massiv Stellen gestrichen. So wurden unter dem Deckmantel des Bürokratieabbaus im Biosphärenreservat "Schorfheide-Chorin" sechs von 18 Arbeitsplätzen eingespart, im Biosphärenreservat "Flusslandschaft Elbe" fünf von zwölf und im Biosphärenreservat "Spreewald" acht von 19. In der Arbeitsplatz-Liste der 14 bundesdeutschen Biosphärenreservate belegen Brandenburgs Schutzgebiete damit die Plätze elf bis 13. Nur das Biosphärenreservat "Pfälzerwald-Nordvogesen" bietet den Menschen noch weniger Arbeit. Zudem ist der Nationalpark "Unteres Odertal" mit nur acht vom Land bezahlten Mitarbeitern ein Zeichen für die angespannte Personalsituation im Landesnaturschutz Brandenburgs.