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Zur heutigen Debatte des Tierschutzberichtes 2007 erklären Undine Kurth, parlamentarische Geschäftsführerin und tierschutzpolitische Sprecherin, und die agrarpolitische Sprecherin Cornelia Behm:
Lässt man den Tierschutz unter Schwarz-Rot Revue passieren, so muss man leider feststellen, dass es kaum Fortschritte gibt, dafür aber massive Rückschritte. Ganz besonders im Bereich der industriellen Haltung besteht deutlicher Handlungsbedarf. Statt in tierquälerische Käfighaltung und andere Massentierhaltungssysteme muss in tiergerechte Haltungssysteme investiert werden.
Die Bürgerinnen und Bürger wollen keine unwürdigen Tierhaltungssysteme, welche Seuchen Vorschub leisten und letztlich zu Strategien der Krankheitsbekämpfung führen, die am Ende zu Lasten der Tiere gehen! Verbraucher wollen auch keine Schweine aus Mastfabriken, keine Eier aus Legebatterien, kein Fleisch von mit Gen-Mais gefütterten Rindern. Denn auch Gentechnik ist weder im Sinne der Verbraucher noch der Tiere! Wir brauchen Vorsorge und Sicherheit bei Futtermitteln und Tiergesundheit.
Die Zahl tierschutzwidriger Haltungsformen ist groß. Deshalb müssen ausnahmslos tiergerechte Haltungssysteme eingeführt werden. Und wir brauchen anspruchsvolle Prüf- und Zulassungsverfahren für serienmäßige Haltungssysteme und Zubehöre. Der von der Bundesregierung vorgelegte Regelungsvorschlag ist hier aber völlig unzureichend. So sieht er – entgegen früheren Zusagen von Minister Seehofer – keine Beteiligung der Tierschutzverbände vor. Die Prüfung soll auf juristische Personen des privaten Rechts übertragen werden. Das eröffnet die Möglichkeit, dass Nutzerorganisationen damit betraut werden, womit der Bock zum Gärtner gemacht würde. Es fehlt auch ein Verbot nicht zugelassener Haltungseinrichtungen sowie des Verkaufs ungeprüfter Einrichtungen.
Gestärkt werden muss auch der Verbraucherschutz. Tierschutz und Verbraucherschutz sind zwei Seiten einer Medaille. Es gibt keinen umfassenden Verbraucherschutz ohne artgerechte Haltung und ohne Respekt vor den Tieren! Die Landwirtschaft muss stärker den Verbraucherinteressen Rechnung tragen. Das wäre auch gut für die Tiere.