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Zum heutigen Tag des Bodens erklärt Cornelia Behm, agrarpolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN:
In der Landwirtschaft steht häufig in erster Linie die Versorgung der Böden mit mineralischen Nährstoffen im Vordergrund, während die Humusversorgung in der konventionellen Landwirtschaft vielfach nur eine Nebenrolle spielt. Sichtbares Zeichen dafür ist, dass die Frage des Humusgehaltes der Böden im Düngemittelgesetz unberücksichtigt bleibt. Während die bedarfsgerechte Versorgung der landwirtschaftlichen Böden mit Nährstoffen präzise geregelt wird, steht es jedem Landwirt frei, für eine ausreichende Humusversorgung zu sorgen. Und dies, obwohl sich das Düngemittelgesetz den Erhalt der Bodenfruchtbarkeit zum Ziel gesetzt hat und wo doch der Humus die Bodenfruchtbarkeit maßgeblich mit beeinflusst. Wir Grüne sprechen uns daher nachdrücklich dafür aus, das Ziel einer ausreichenden Humusversorgung der landwirtschaftlichen Böden in das Düngemittelgesetz aufzunehmen.
Man kann leider nicht davon ausgehen, dass alle Ackerböden in Deutschland optimal mit Humus versorgt würden. Vielmehr nimmt mit der Nutzung von nachwachsenden Rohstoffen der Anbau humuszehrender Kulturen zu. Der Humusreproduktionsbedarf steigt also. Bisher gibt es jedoch keine flächendeckenden Daten über die Humusversorgung landwirtschaftlicher Nutzflächen in Deutschland. Infolgedessen kann nur sehr unzureichend abgeschätzt werden, in welchem Maße Deutschland von Humusmangelstandorten geprägt ist und wo diese liegen. Diese Wissenslücke muss geschlossen werden - auch wenn dies mit erheblichem Aufwand und noch einige methodische Probleme zu lösen sind.
Selbst die Branchenspezialisten leugnen es nicht: Deutschland leidet unter einem zu geringen Humusbewusstsein. Das heißt, vielen Menschen ist die hohe Bedeutung einer ausreichenden Humusversorgung für einen guten Bodenzustand und die Bodenfruchtbarkeit nicht bewusst. Entsprechend sind die Auswirkungen auf die Bewirtschaftung der Humusressourcen in unserer Gesellschaft. Diese werden nach wie vor zu einem großen Teil verschwendet und als Abfall beseitigt anstatt als Dünger Verwertung zu finden. Fachleute des UBA und aus privaten Forschungseinrichtungen mahnen seit Jahren einen verantwortungsvolleren Umgang mit der Ressource Boden um. Es wird Zeit, dass die Politik darauf hört. Das neue Düngemittelrecht bietet die besten Chancen dafür."