Cornelia Behm, MdB

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10. März 2006

Sorbisches Kultur- und Bildungsangebot breit fächern!

Anlässlich der in dieser Woche bekannt gegebenen Schließung der
Mittelschule Panschwitz-Kuckau, fordert Cornelia Behm, Mitglied im
beratenden Ausschuss für Fragen des sorbischen Volkes beim
Bundesministerium des Innern:

Die Schließung der sorbischen Mittelschule Panschwitz-Kuckau verurteile
ich entschieden! Mit der Schule steht eine überaus innovative
Bildungseinrichtung vor dem Aus. In den vergangenen vier Jahren haben
immer mehr deutschsprachige Kinder diese Mittelschule gewählt. Dies
zeigt, dass die sorbische Kultur an diesem Ort lebendig ist und dass
eine Schließung den Bedürfnissen der Menschen nicht gerecht wird.

Es ist abzusehen, dass anderen sorbischen Schulen das gleiche Schicksal
droht.  Durch das jetzige Finanzierungsmodell der Länder Brandenburg und
Sachsen werden sorbische Bildungseinrichtungen schrittweise in die Knie
gezwungen. Offenbar ist es Ziel der beiden Landesregierungen, sich aus
der Fläche zurückzuziehen und die sorbische Bildung zu zentralisieren.
Das Recht der Sorben auf Schutz, Bewahrung und Förderung ihrer Kultur,
wie es in den Verfassungen der beiden Länder verankert ist, kann so
nicht gewahrt werden.

Oberste Maxime einer bürgernahen und zukunftsfähigen Politik muss es
sein, ein möglichst breit gefächertes Angebot an sorbischen Bildungs-
und Kultureinrichtungen sicher zu stellen. Zentralisierte Strukturen
haben nur zur Folge, dass sich das sorbische Kulturgut zu einer
Randerscheinung entwickelt und langsam in Vergessenheit gerät. Einen
solchen Verlust kann sich die Region nicht leisten. Deshalb ist auch der
Bund aufgefordert, sich am Erhalt der Kultur zu beteiligen. Mit dem
jetzigen degressiv gestalteten Finanzierungsmodell ist dies auf Dauer
nicht mehr sicherzustellen. Wir fordern deshalb den Bund und die
Landesregierungen Brandenburgs und Sachsens auf, eine Novelle des
Finanzierungsabkommens für die sorbische Kultur von 1998 aufzulegen!

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