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PRESSEMITTEILUNG


Datum: 20. Februar 2006

Sorbische Sprache und Kultur fördern!

Neues Finanzierungsabkommen ist unerlässlich

Anlässlich des internationalen Tages der Muttersprache am 21. Februar, erklärt Cornelia Behm, Bundestagsabgeordnete der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen aus Brandenburg:

"Ich fordere den Bund und die Landesregierungen Brandenburgs und Sachsens auf, eine Novelle des Finanzierungsabkommens für die sorbische Kultur von 1998 aufzulegen! Durch das jetzige degressiv gestaltete Finanzierungsmodell wird das Recht der Sorben auf Schutz, Bewahrung und Förderung ihrer Kultur, wie es in den Landesverfassungen verankert ist, nicht mehr sichergestellt.

Besonders deutlich wird diese Vernachlässigung im Bereich der Sprache. Trotz der Anerkennung als Zweitsprache wird Sorbisch noch immer marginalisiert. Ausdruck dessen ist der Überlebenskampf so einzigartiger Einrichtungen wie des Deutsch-Sorbischen-Volkstheaters oder des Sorbischen Nationalensembles. Aber auch die Arbeit anderer Kultur-, Bildungs- und Forschungseinrichtungen ist wegen der immer geringer werdenden Mittel infrage gestellt. Daraus folgt, dass die Vermittlung der Sprache - insbesondere an Kinder und Jugendliche – nur unzureichend umsetzbar ist.

Nicht nur der kulturelle Verlust, der mit den Mittelkürzungen entsteht, ist inakzeptabel. Auch wirtschaftlich entsteht dem Land Schaden. Der Lausitz geht mit dem Sorbentum ein Alleinstellungsmerkmal verloren, was beim Standortmarketing unverzichtbar ist und gerade im Zuge der europäischen Annäherung an Polen und Tschechien einen immensen Stellenwert beweist. Das Fortbestehen kultureller Einrichtungen sowie eines breit gefächerten Vereinswesens ist eine wichtige Prämisse für diese Kulturregion Sachsens und Brandenburgs."